Immer mehr Unternehmen stossen an dieselbe Grenze. Neue Ladepunkte für die Flotte, eine Wärmepumpe oder zusätzliche Maschinen sollen ans Netz, doch der bestehende Netzanschluss gibt nicht mehr her. Die naheliegende Antwort scheint ein Netzausbau zu sein, also ein stärkerer Anschluss. Der ist jedoch teuer, dauert oft Monate bis Jahre und ist nicht überall verfügbar. Die gute Nachricht: In vielen Fällen lässt sich das ganz vermeiden. Mit intelligenter Planung, Lastmanagement und einem Batteriespeicher holen Sie mehr aus dem Anschluss heraus, den Sie bereits haben.
Warum der Netzanschluss zum Engpass wird
Ihr Netzanschluss hat eine maximale Leistung, gemessen in Kilowatt. Solange alle Verbraucher zusammen darunter bleiben, ist alles gut. Das Problem entsteht bei den Spitzen. Wenn morgens mehrere Elektrofahrzeuge gleichzeitig laden, während Maschinen anlaufen, addieren sich die Lasten und übersteigen kurzzeitig die verfügbare Leistung. Genau diese seltenen, kurzen Lastspitzen zwingen viele Betriebe scheinbar zum Netzausbau, obwohl der Anschluss die meiste Zeit nur teilweise ausgelastet ist.
Lösung 1: Lastmanagement verteilt die Leistung intelligent
Ein Lastmanagement-System steuert, wie die verfügbare Leistung auf die Verbraucher verteilt wird. Statt dass alle Ladepunkte gleichzeitig mit voller Leistung ziehen, verteilt das System den Strom dynamisch. Fahrzeuge, die länger stehen, laden langsamer, dringende zuerst. Für den Nutzer bleibt das meist unbemerkt, weil die Autos ohnehin über Stunden parkiert sind. So lassen sich oft doppelt so viele Ladepunkte betreiben, ohne dass der Anschluss überlastet wird. Die vorhandene Infrastruktur wird optimal genutzt statt ausgebaut.
Lösung 2: Der Batteriespeicher bricht die Spitzen
Was das Lastmanagement allein nicht schafft, übernimmt ein Batteriespeicher. Er speichert Strom in Zeiten geringer Last und gibt ihn genau dann ab, wenn viele Verbraucher gleichzeitig ziehen. Die Spitze wird nicht aus dem Netz gezogen, sondern aus der Batterie gedeckt. Dieses Prinzip heisst Lastspitzenkappung oder auf Englisch Peak Shaving. Der Effekt ist doppelt: Der Anschluss wird nicht überlastet, und weil viele Netztarife sich an der höchsten bezogenen Leistung orientieren, sinken oft auch die Netzkosten.
Der versteckte Bonus: Der Speicher verdient in der Freizeit Geld
Hier kommt der Punkt, den viele übersehen. Ein Batteriespeicher, der nur Lastspitzen kappt, arbeitet die meiste Zeit gar nicht. Diese ungenutzte Kapazität lässt sich vermarkten. Über einen Zusammenschluss vieler Speicher zu einem virtuellen Kraftwerk stellt Ihre Batterie in den ruhigen Stunden Regelleistung für das Stromnetz bereit und erwirtschaftet damit zusätzliche Erträge. So löst ein und derselbe Speicher zwei Aufgaben zugleich: Tagsüber sichert er Ihren Ladebetrieb, sonst verdient er Geld. Das verbessert die Wirtschaftlichkeit der ganzen Anlage deutlich. Wie dieses Modell funktioniert, lesen Sie im Beitrag über das Geldverdienen mit Batteriespeichern.
Was das für Ihren Standort heisst
Bevor Sie in einen teuren Netzausbau investieren, lohnt sich fast immer eine Analyse. Oft zeigt sich, dass eine Kombination aus Lastmanagement und Speicher schneller, günstiger und flexibler ist. Die vier Schritte dabei sind: die tatsächliche Leistung analysieren, Lastspitzen mit Technik brechen, die vorhandene Infrastruktur optimal nutzen und den Netzausbau so oft wie möglich vermeiden. Welche Lösung zu Ihrem Standort passt, hängt von Ihrem Lastprofil ab.
Ihr nächster Schritt
Lassen Sie prüfen, was Ihr bestehender Anschluss wirklich hergibt. E-Titan analysiert Ihr Lastprofil und zeigt Ihnen, wie Sie mehr laden können, ohne auszubauen, und wie ein Speicher sich zusätzlich rentiert.