Wer für einen Betrieb, ein Wohnhaus oder einen öffentlichen Standort Ladestationen plant, stösst schnell auf zwei Buchstaben: AC und DC. Sie stehen für zwei grundverschiedene Ladetechniken, und die Wahl zwischen ihnen entscheidet über Kosten, Ladezeit und darüber, ob Ihr Netzanschluss ausreicht. Die gute Nachricht: Die richtige Wahl ist keine Frage von besser oder schlechter, sondern von Einsatzzweck. Dieser Beitrag zeigt Ihnen, worauf es ankommt.
Der Unterschied in einem Satz
Jede Batterie speichert Gleichstrom, also DC. Das Stromnetz liefert aber Wechselstrom, also AC. Irgendwo auf dem Weg zum Auto muss der Strom deshalb umgewandelt werden. Genau hier liegt der Unterschied: Bei einer AC-Ladestation wandelt das Ladegerät im Fahrzeug den Strom um, bei einer DC-Ladestation passiert das schon in der Station selbst. Weil die Station viel grösser gebaut werden kann als das kleine Gerät im Auto, lädt DC deutlich schneller.
AC laden: günstig und ideal für lange Standzeiten
AC-Ladestationen liefern bis zu etwa 22 kW. Das Laden dauert damit mehrere Stunden, was aber selten ein Nachteil ist, denn überall dort, wo Fahrzeuge ohnehin lange stehen, spielt die Ladezeit keine Rolle. Typische Einsatzorte sind Büros, Wohnhäuser, Tiefgaragen und Mitarbeiterparkplätze. Der grosse Vorteil ist die Wirtschaftlichkeit: AC-Stationen sind in Anschaffung und Installation deutlich günstiger und stellen geringere Anforderungen an den Netzanschluss. Für die meisten Standorte mit planbaren, langen Standzeiten sind sie die richtige Wahl.
DC laden: schnell und ideal für hohen Durchsatz
DC-Ladestationen liefern von 30 kW bis zu 1.600 kW und laden in Minuten statt Stunden. Das ist überall dort entscheidend, wo Fahrzeuge nur kurz halten oder ein hoher Durchsatz nötig ist: an öffentlichen Standorten, bei Flotten mit engem Zeitplan, in Autohäusern und beim Laden von Elektro-Lastwagen. Der Vorteil ist maximale Flexibilität für hohe Anforderungen. Der Preis dafür sind höhere Anschaffungskosten und ein deutlich stärkerer Bedarf am Netzanschluss.
Die drei Fragen, die Ihre Wahl bestimmen
Ob AC oder DC passt, hängt weniger vom Budget ab als vom Einsatz. Drei Fragen führen zur Antwort.
Erstens der Standort: Wer parkiert hier und warum?
Zweitens die Standzeit: Bleiben die Fahrzeuge Stunden oder nur Minuten?
Drittens der Netzanschluss: Was gibt Ihr Anschluss überhaupt her?
Gerade der dritte Punkt wird oft unterschätzt. Mehrere DC-Schnelllader ziehen enorme Leistung, und schnell steht die Frage im Raum, ob der Anschluss reicht oder teuer ausgebaut werden muss.
Wenn der Netzanschluss zum Thema wird
Oft zeigt sich bei der Planung, dass die gewünschte Ladeleistung den bestehenden Anschluss übersteigt. Ein Netzausbau ist aber nicht die einzige Lösung. Mit intelligentem Lastmanagement und einem Batteriespeicher lässt sich die vorhandene Leistung deutlich besser nutzen und Lastspitzen abfangen, sodass sich ein teurer Ausbau häufig vermeiden lässt. Und ein solcher Speicher kann in den ungenutzten Stunden zusätzlich Erträge erwirtschaften. Wie das zusammenspielt, lesen Sie in unseren Beiträgen zum Netzanschluss und zum Geldverdienen mit Batteriespeichern.
Die richtige Wahl ist oft eine Kombination
In der Praxis ist es selten ein reines Entweder-oder. Viele Standorte fahren am besten mit einer Mischung: AC für die Dauerparkierer, einige DC-Punkte für schnelle Zwischenstopps, abgestimmt auf das tatsächliche Nutzungsverhalten und den Netzanschluss. Entscheidend ist, die Anlage von Anfang an richtig zu dimensionieren, damit sie zum Standort passt und mitwachsen kann.
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